Grand Canyon, Sunset Crator National Monument und Phoenix

Nach nun gut 1200 Meilen (2240 km) Fahrweg in den USA bin ich wieder zurück in San Diego. Ich habe das verlängerte Wochenende dazu genutzt zum Grand Canyon zu fahren. Damit habe ich mir quasi selbst etwas zu Weihnachten geschenkt und somit die Feiertage etwas ungewöhnlich verbracht. Von einigen Kollegen aus der Firma wusste ich schon im voraus, dass es ein sehr langer Weg wird und ich mir warme Sachen mitnehmen sollte. Gesagt, getan kam ich nach gut acht Stunden Fahrt in der Stadt Flagstaff im Bundesstaat Arizona an. Die im voraus gebuchte Unterkunft war mehr oder weniger ein Motel in mäßigem Zustand. Die Heizung, die mir nachts wegen dem furchtbaren Lärm den Schlaf geraubt hat, musste ich erst einmal beim Betreten des Zimmers einschalten. Die -3 Grad Außentemperatur hatten sich nahezu 1:1 auf das Zimmer übertragen. Nichts desto trotz war es eine günstige Unterkunft für zwei Nächte inklusive Frühstück und kostenlosem WLAN.

Den in Flagstaff erwarteten Schnee bekam ich dann sogar noch zu sehen – überall am Straßenrand lag nach etwas von den Tagen davor. Neuschnee gab es zum Glück nicht, sonst hätte ich wohl die Schneeketten auspacken müssen, die mir ein Geschäftskollege geliehen hatte. Schließlich hat kaum ein Kalifornier Winterreifen auf dem Auto – warum auch? Es gibt hier nur in sehr speziellen Regionen Schnee! Immerhin war damit die Bedingung für weiße Weihnachten zu einem gewissen Teil erfüllt 🙂

Die Fahrt nach Flagstaff war nicht nur lang, sondern auch noch relativ interessant. Wie bei den meisten meiner Trips fahre ich ja bekanntlich einen Teil der Strecke abseits des normalen Highway. Dabei sieht man auch einige Dinge, die man sonst nicht sehen würde. Darunter eine riesige Rinderfarm die furchtbar über Meilen hinweg gestunken hat, sowie einige Baumwoll-Felder! Darüber hinaus habe ich hier auch eine große Sanddünen Landschaft durchquert und musste eine Kontrolle der Border-Patrol passieren. Die Beamten waren beim Check meines Visums sehr freundlich und haben mich nach einem kurzen Check des Auto gleich wieder weiter fahren lassen, also keine große Angelegenheit.

Grand Canyon
Am nächsten Tag habe ich mich dann auf den Weg zum Grand Canyon gemacht. Flagstaff, das an der historischen Route 66 liegt (zur Erinnerung: in Los Angeles endet die Route 66), war dann trotzdem noch gut 130 km vom Grand Canyon entfernt. Also waren wieder ca. 2 Stunden Autofahrt angesagt. Aber langweilig wurde es hier genauso wenig, denn der Weg dorthin war etwas rutschig von Eis auf der Straße – aufpassen war angesagt. Je näher man dann zum Grand Canyon kam, umso besser wurden die Verhältnisse und ich konnte mich mehr und mehr auf das besser werdende Wetter freuen. Auch hier hatte ich wieder richtig Glück: um die Mittagszeit haben sich alle Wolken aufgelöst und so konnte ich sogar teilweise ohne Jacke herum laufen. Nach  Tusayan, der letzten Mini-Stadt, habe ich dann den Eingang zum Grand Canyon Nationalpark erreicht. Nachdem man dann die 25 Dollar Gebühr entrichtet hat, konnte man frei umher fahren, wo es Straßen gab und diese einen hin geführt haben.

Den ersten Stopp im Nationalpark habe ich dann direkt an einem Parkplatz in der Nähe des Besucherzentrums absolviert. Dort geparkt und mit Kamera bewaffnet waren es dann nur noch 10 Meter und man stand direkt an der Klippe des Grand Canyon. Das erste was mir dann passiert ist, war einfach nur zu denken: Scheiße! Wie riesig und beeindruckend ist das denn bitte? Ich kam dann erst einmal ein paar Minuten nicht mehr aus dem Staunen heraus und bin am Rim Trail entlang gelaufen – das ist der Pfad dem man entlang dem Grand Canyon für ein paar Meilen folgen kann.

Mit meiner Kamera bewaffnet habe ich dann wieder wie ein Irrer Bilder geschossen – 1600 an der Zahl. Mit einem Bild bekommt man das gesamte Ausmaß des Grand Canyon überhaupt nicht auf ein Bild, daher habe ich hier viele einzelne Bilder gemacht, um diese später zu einem Panoramafoto zusammen fügen zu können. Es wird also in absehbarer Zeit wieder riesige Panoramabilder geben! An besagtem Tag wurde wie bereits erwähnt das Wetter kurz nach dem Mittag besser und man konnte noch weiter sehen. Ein Bildschirm hat sogar angezeigt wie weit: 60 Meilen – das sind umgerechnet über 100 km weit! Wo auf der Welt kann man sonst noch so weit blicken ohne etwas dazwischen zu haben? PS: Zwischen den beiden Seiten das Grand Canyon an dieser Stelle waren es 10 km, also auch eine sehr beeindruckende Zahl.

Den restlichen Tag habe ich dann damit verbracht mit dem Auto jede mögliche erdenkliche Stelle anzufahren, um dort den Ausblick genießen zu können. Dabei hatte jede Aussichtsplattform ihren ganz eigenen speziellen Reiz, so dass man das eigentlich nicht beschreiben kann. Das sollte man einfach einmal in echt gesehen haben!

Nachdem dann auch der Grand Canyon Bahnhof besichtigt war – ja hier fährt auch ein Zug hoch – ging die Fahrt schon wieder in Richtung Parkausgang. Die Straße dorthin verlief entlang der Kante des Grand Canyon und führte zum östlichsten Punkt mit dem Namen Desert View. Dort bin ich dann auch schon kurz  vor Sonnenuntergang angekommen und habe meine letzten Bilder geschossen. Nachdem ich dann beschlossen hatte weiter zu fahren, ohne den Sonnenuntergang anzuschauen, habe ich dann auf dem restlichen Rückweg einige tolle andere Dinge gesehen. Also war das möglicherweise die bessere Entscheidung (es hatte schon wieder Wolken am Himmel). So sah ich noch einen wunderschönen Sonnenuntergang über den Bergen und einige kleinere Ausleger des Grand Canyon die sich mitten im Nirgendwo verlaufen. Die Fahrt vom Grand Canyon zurück nach Flagstaff war also weder langweilig noch öde (trotz 3 Stunden fahrt).

Sunset Crator National Monument
Am nächsten Tag habe ich dann beschlossen die geplante Route etwas anders zu gestalten, um anstatt des Tonto National Forest, das Sunset Crator National Monument zu bestaunen. Dieser Nationalpark ist nur ca. 20 Meilen nördlich von Flagstaff entfernt und hat mindestens genau soviel wie andere Parks zu bieten. Dieser Park enthält 800 Jahre alte Ruinen von Indianern, wunderschöne Ausblicke, sowie einen alten Vulkan mit seinen bereits seit vielen vielen Jahren verhärteten Lawa-Auslegern.

Der Park-Ranger meinte beim Bezahlen der fünf Dollar Gebühr noch, dass man in ca. 1 Stunde 45 Minuten alles sehen könnte, aber dem habe ich nicht vertraut – war auch ganz gut so! Am Ende waren es dann doch wieder vier interessante Stunden in diesem Park. Immerhin kann man hier wirklich alles aus direkter Nähe bestaunen und begehen. Typisch für die Nationalparks waren auch hier wieder einige Campingplätze und Picknick-Bereiche vorhanden. Nachdem ich dann den Park verlassen hatte, wollte ich eigentlich noch in Flagstaff ein wenig herum laufen und dort die Stadt anzuschauen, aber der weitere und lange Fahrweg nach Phoenix haben mich dann abgeschreckt. Zudem wurde das Wetter widerlicher und kälter, da hatte ich keine Lust mehr und habe beschlossen weiter zu fahren.

Phoenix Downtown
Obwohl ich dann schon total geschafft in Phoenix angekommen bin, habe ich mich noch kurzfristig dazu entschlossen ins Stadtzentrum von Phoenix zu fahren. Das war auch eine gute Entscheidung, denn dieses Stadtzentrum ist für mich total untypisch gewesen. Es gab eine Kirche mitten in der Stadt, sowie einen wunderschönen Park. Schade dass es schon mitten in der Nacht war, aber dank der guten Kamera sind doch die meisten Bilder noch etwas geworden. PS: Phoenix ist eine Stadt mitten in der Wüste – im Sommer könnte man es dort kaum aushalten, daher gibt es bei den meisten Einkaufshäusern überdachte Parkplätze, da sich sonst die Autos viel zu stark von der Sonne aufheizen würden – typisch Amerika eben 🙂

Das Hotel in Phoenix war im Gegensatz zu der anderen Unterkunft eine regelrechte Luxuserfahrung – und ja, es war auch endlich wieder warm mit ca. 15 Grad. Schade dass der Pool zu hatte und ich meine Badehose nicht dabei hatte – dabei sah der Pool so ansprechend aus, aber naja, man kann eben nicht alles haben.

Heimfahrt
Den letzten Tag meines verlängerten Wochenendes habe ich dann dazu genutzt um nach Hause nach San Diego zu fahren. Außer den ewig langen und eintönigen Straßen, sowie vier Kontrollen durch die Border Patrol gab es hier nichts weiter interessantes!

Jetzt höre ich aber besser wieder mit dem Schreiben auf – daheim muss ich ja auch noch was zu erzählen haben 🙂 Und davon SEHR VIEL!

PS: Ich bin nun auch endlich mit ausreichend Postkarten eingedeckt. Es werden also in voraussichtlich einer Woche eine Ladung von 20 Postkarten auf dem weiten Weg nach Deutschland unterwegs sein!

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