Baseball
Letzten Mittwoch hat mich Tobias über seine Mitbewohnerin kurzfristig zum Baseball-Spiel der San Diego Patres in Petco Park in Downtown gegen die Chicago Cups eingeladen. Die Mitbewohnerin hatte noch ein paar Tickets übrig und hat uns diese dann zum halben Preis von 17 Dollar vermacht. Das Spiel war insgesamt sehr interessant, aber es zieht sich alles unglaublich in die Länge. Gäbe es da nicht so viel Werbung und Pausen zwischen den Spielzügen könnte ich mich mit dieser Sportart echt anfreunden. Da es an dem Abend noch nichts zum Essen gab habe ich mir dummerweise im Stadion etwas zum Essen und Trinken gekauft – die Preise haben mich dann regelrecht umgehauen! 12 Dollar für eine Mini-Cola und einen Hot-Dog der nicht einmal richtig warm war. Eine Frechheit! Nichts desto trotz haben die San Diego Patres wohl verdient 9:3 gewonnen.
Miramar MCAS Airshow
Am letzten Samstag bin ich dann alleine zur Miramar MCAS Flugshow gegangen. Tobias hatte schon mit jemand anderes etwas ausgemacht – schade, denn da hat er etwas verpasst! MCAS steht im übrigen für Marine Corps Air Station und Miramar nennt sich das Gelände bzw. Gebiet. Zu sehen gab es viele tolle Kunstflüge, Tiefflieger und auch die ein oder andere Überraschung – dazu gleich mehr. Diese Airbase ist von meinem Wohnort aus nur ca. 2 Meilen Luftlinie entfernt; trotzdem habe ich fast eineinhalb Stunden gebraucht bis ich dann auf dem Flugvorfeld war. Kein Wunder bei kostenlosem Eintritt, einem super Programm und knapp 250.000 Besuchern allein nur an diesem Tag!
Zu sehen gab es auf dem riesigen Gelände mehrere Kunstflug-Shows. Darunter wurden Einsatzkräfte von Helikoptern abgeseilt, Helikopter sind Loopings geflogen und ein Weltmeister im Kunstflug ist in einer roten Doppeldeckermaschine nur sehr knapp über dem Boden und auf dem Kopf unter einer Markierung hindurch geflogen. Dazu kamen noch diverse Falschschirmspringer und etliche Jets mit beeindruckenden Tiefflügen. Gerade wenn ein Harrier oder eine Hornet mit geschätzten 50 Meter über einen hinweg donnert musste man sich schon hin und wieder mal die Ohren zuhalten. Oft bemerkte man die Jets auch erst wenn es schon zu spät war – die Flieger kamen gerne lautlos von hinten an um jeden im Publikum zu erschrecken! Der Harrier ist ja auch für seine Senkrechtstarts bekannt – auch dies wurde eindrucksvoll demonstriert. So hob dieser vor dem Publikum ab, hat sich auf der Stelle einmal im Kreis gedreht und ist erst dann mit lautem Gebrüll weg geflogen. Die Landung war natürlich genauso interessant – auf der Stelle einfach nach unten 🙂
Auf dem Rest des Gelände konnte man sich an diversen Ständen in der Army einschreiben, Panzer, Waffen und viele andere Flugzeuge und Helikopter anschauen. Ganz interessant fand ich dann auch, dass man in fast jedes Flugzeug hätte einsteigen können, wenn man ein Kind wäre. Gerade für Kinder wird hier viel geboten, schließlich kann man so schon optimal die Soldaten von Morgen mit Propaganda überfluten 🙂 In große Transportflugzeuge durften dann auch Erwachsene hinein um alles anzuschauen. Das habe ich mir dann aber ganz schnell aus dem Sinn geschlagen, als ich die langen Schlangen zum Anstehen gesehen habe. Im übrigen gab es auch bessere Sitzplätze, bei denen man die Show besser hätte sehen können, aber diese hätten dann von 15 bis 150 Dollar gekostet – je nach Lage versteht sich.
Die interessantesten Shows tagsüber waren sicher die Flugstaffeln mit dem Namen „U.S. Navy Blue Angels“ sowie „The Canadian Forces Snowbirds“. Dies sind Teams aus 6 bzw. 9 Flugzeugen die dann Formationsflüge fliegen. Es ist aber total erstaunlich wie nah aneinander solche Piloten fliegen können ohne Unfälle zu produzieren. Immerhin machen die Piloten nicht nur Überflüge sondern auch Loopings und andere Flugmanöver. Den Abstand der Flugzeuge untereinander hätte ich nicht auf mehr als 2 Meter geschätzt!
Die bereits schon erwähnte Hornet hat Nachts noch einmal ihren Nachbrenner demonstriert. Dabei wird Kraftstoff in die heißen Abgase geleitet die dem Flugzeug dann die doppelte Schubkraft geben. Diesen Nachbrenner konnte man auch toll sehen: Hinten aus den Triebwerken kamen blaue Flamen heraus. Laut Sprecher sind das die Teilchen die schon auf Überschall beschleunigt wurden. Der Pilot selbst musste den Nachbrenner relativ schnell wieder abschalten, da das Flugzeug sonst zu schnell Überschall geflogen wäre. Der Durchbruch der Schallmauer wäre sicher interessant gewesen, aber das hätte Beschwerden und Kaputte Scheiben nach sich gezogen!
Ebenfalls im Nachtprogramm enthalten war ein Truck mit Düsenantrieb und unglaublichen 56000 PS! Einen so unglaublich lauten und schnell beschleunigenden Truck habe ich auch noch nie in echt gesehen. Auch die Abgaswolke war riesig – kann man dann auch auf dem Video und den Bildern sehen! Der krönende Abschluss des Abends war dann das mit Abstand größte und beeindruckendste Feuerwerk das ich je erlebt habe. Ich glaube so etwas kann man nicht überbieten – zumindest nicht in Deutschland! Da hat man einfach einmal wieder bei der Musikunterlegung den Nationalstolz der Amerikaner erlebt. Kaum ist das Feuerwerk vorbei schon kommt die Nächste Showeinlage: „The Great Wall of Fire“ – dahinter verbirgt sich eine riesige Explosion aus Feuer entlang der Start- und Landebahn. Auch diese Showeinlage war extrem beeindruckend, dafür aber leider viel zu kurz – eine so große Explosion mit den Feuerbällen kann man schließlich nicht lange aufrecht erhalten.
Oktoberfest
Ja, wenn man schon nicht auf den Cannstatter Wasen kann, muss man halt hier in Amerika das Oktoberfest zelebrieren 🙂 Mit Tobias, Colin und seiner Freundin Ellena war ich in La Mesa und El Cajon auf dem Oktoberfest. Zuerst La Mesa, da uns dies von vielen Seiten empfohlen wurde. Doch leider wurden wir hier sehr enttäuscht – „sehr“ ist hier nicht übertrieben! Selbst Colin und Ellena haben sich als Amerikaner dafür geschämt, dass dort eigentlich nur Verkaufsstände aufgebaut waren und nicht einmal ein gescheites Zelt mit Musik und deutschem Bier vorhanden war. Doch nach diesem Reinfall wollte Colin das nicht auf sich sitzen lassen und hat via iPhone das nächste Oktoberfest recherchiert. Dort angekommen waren wir dann allerdings sehr positiv überrascht!
Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft hat in El Cajon ein Oktoberfest aller erster Sahne organisiert. Man bezahlt zwar 5 Dollar Eintritt, hat dafür dann aber deutsches Importbier und deutsche Volksmusik wie sich das zum Oktoberfest gehört. Da kann man auch einmal darüber hinwegsehen dass es keine Maas gab und das Bier nur in Bechern verteilt wurde – man ist halt doch in Amerika *lach* Die Beschilderung war sogar überall in Deutsch vorhanden, doch Deutsch sprechen konnten von den Bedienungen leider nur die wenigsten! Nach etlichen Bier, langen Gesprächen mit Collin und Ellena sowie ein paar Bratwürsten und Kartoffelpuffern ging auch dieser Tag zu Ende. Wieder einmal ein sehr gelungenes Wochenende!






































































